Nahrungsmittelwende – so rettest Du die Welt
Wenn es um die Rettung unseres Planeten geht, sind viele Menschen schnell bereit aktiv zu werden.
Ob mit Energiesparlampen, Biosprit, dem grünen Punkt, dem BIO Gütesiegel oder des sparsamen Wasserverbrauchs - wir sind geneigt alles zu tun, um unseren Planeten zu schützen und ihn für zukünftige Generationen lebenswert zu hinterlassen.
Doch die Realität sieht anders aus. Das Hauptproblem der heutigen planetaren Gesellschaft liegt in der Massentierhaltung. Sie allein ist der Hauptverursacher für Krankheiten wie Krebs, Osteoporose, Diabetes. Außerdem vernichtet unser aller täglicher Konsum von Tierprodukten viele tausend Quadratkilometer Regenwald, um Platz für neue Nutztiere zu schaffen. Der Verbrauch dieser Tötungsmaschinerie sorgt weltweit dafür, dass große Kalorienmengen aus pflanzlichen Produkten aus armen Ländern in z. B. Afrika, zu sehr viel kleineren Kalorienmengen in Form von Tierprodukten in den reichen Ländern (uns) umgewandelt werden. Dadurch verursachen wir nicht nur tausende Hungertode jeden Tag, sondern wir tragen durch unseren Konsum auch wesentlich dazu bei, dass die Ozeane, die Regenwälder, das Klima und unsere ganze Umwelt vergiftet und ausgebeutet wird. In diesem Prozess haben wir nun einen Punkt erreicht, an welchem wir kollektiv eine Entscheidung treffen müssen. Wollen wir als Menschheit weiter auf diesem Planeten in Koexistenz mit der Natur und der Tierwelt leben? Oder führen wir unser derzeitiges Verhalten noch einige wenige Jahre fort und opfern dabei die Zukunft unserer Menschheit? Dazu ein Video: http://goo.gl/AA6vS
Petra Kuppinger, 12.01.12 Quelle: tierschutznews.ch/ Animal Spirit Bildmaterial: Calf.com |
70 Organisationen fordern bundesweite Schonzeit für Füchse
Etwa 600.000 Füchse werden in Deutschland jedes Jahr erlegt. Der Rotfuchs ist eine der wenigen einheimischen Wildtierarten, die in den meisten Bundesländern ganzjährig bejagt werden. Dabei kommen auch besonders umstrittene Jagdarten wie die Bau- oder die Fallenjagd zum Einsatz. Da Fuchspelze kaum noch gefragt sind, werden die meisten erlegten Füchse kurzerhand in der Tierkörperbeseitigung entsorgt.
‚Notwendigkeit‘ der Fuchsjagd ist Jägerlatein
Anders als von Jägern behauptet, kann von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse flächendeckend zur Bestandsreduktion zu bejagen, keine Rede sein. Die Geburtenrate bei Füchsen passt sich mit geringer zeitlicher Verzögerung der Sterberate an – in Gebieten, in denen Füchsen intensiv nachgestellt wird, kommen weitaus mehr Welpen zur Welt als in fuchsjagdfreien Gegenden. Verluste werden somit rasch ausgeglichen; die Jagd hat keine nachhaltige Auswirkung auf den Fuchsbestand. Neben Tier- und Naturschutzorganisationen fordern daher auch kritische Jäger seit Jahren die Einführung einer umfassenden Schonzeit für Füchse. Das Saarland ist dieser Argumentation im letzten Jahr bereits mit dem Beschluss einer sechsmonatigen Jagdruhe gefolgt.
Forderung: Schonzeit für Füchse
Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben sich zahlreiche Initiativen und Verbänden aus dem Natur- und Tierschutzbereich zu der „Initiative Schonzeit für Füchse“ zusammengeschlossen. Derzeit unterstützen bereits 70 Organisationen das Mindestziel einer neunmonatigen Schonzeit für Meister Reineke, und regelmäßig kommen neue hinzu. Eine gemeinsame Erklärung auf der Website www.schonzeit-fuer-fuechse.de dokumentiert das Ziel der Initiative und seine Begründung.
Fuchsjagd ist sinnlose Tierquälerei
Einen vernünftigen Grund für die derzeitige rücksichtslose Verfolgung des Rotfuchses, eines intelligenten, mit Hund und Wolf verwandten Wildtiers, gibt es nicht. Mehr noch - Fuchsjagd verursacht kaum vorstellbares Tierleid. Ein großer Teil der von Jägern beschossenen Füchse wird nur angeschossen und stirbt dann qualvoll an den von Kugel oder Schrot zugefügten Verletzungen. Bei der Baujagd sollen Füchse mit scharfen Hunden vor die Flinten wartender Jäger getrieben werden, doch es kommt oft zu schweren Kämpfen zwischen Hund und Fuchs, mit Verletzungen auf beiden Seiten. Und Studien zeigen, dass beim Fang von Füchsen in angeblich „sofort tötenden“ Schlagfallen viele Tiere an Pfote oder Brustkorb schwer verletzt werden und dann stundenlang blutend darauf warten müssen, bis der Jäger sie schließlich mit Pistole oder Knüppel erlöst.
Initiative ‚Schonzeit für Füchse‘: lovis.kauertz(at)gmail.com (www.wildtierschutz-deutschland.de) dag.frommhold(at)fuechse.info (www.fuechse.info) www.schonzeit-fuer-fuechse.de (kostenfreies Bildmaterial zur Kampagne)
Petra Kuppinger, 03.01.12 Bildmaterial: Luise Dittombée, Initiative Schonzeit für Füchse |
Wie kann ich dazu beitragen, damit Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten ändern
Mahi Klosterhalfen fasst aktuelle psychologische Erkenntnisse zusammen, die uns dabei helfen, Menschen zu überzeugen, ihre Ernährung umzustellen:
http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/psychologie-und-uberzeugungsarbeit
Quelle: Albert Schweitzer Stiftung, 08.12.11 Bildmaterial: pixelio.de |
Protestieren Sie, damit die grausame Hundetötung in der Ukraine endlich ein Ende hat
In der Ukraine werden heimatlose Hunde und Katzen auf Anordnung der offiziellen Behörden auf grausame und lebensverachtende Weise getötet, um sich bei der Europameisterschaft 2012 als modernes Land Hunde- und Katzenfrei präsentieren zu können. Nach vielen Protesten von Tierschützern reagierte die Regierung und verkündigte das Verbot der Tötung streunender Hunde. Die Europäische Fußball-Union wollte diesem Sinneswandel nicht nachstehen, begrüßte die Ankündigung und spendete sogar die für sie spektakuläre Summe von 8.600 Euro für den Schutz der Tiere.
Die EM-Sponsoren Adidas und McDonald's beklagen einen Imageverlust, da Tierschützer und andere entsetzte Nutzer auf Facebook ihre Kommentare über die Unternehmen hinterließen, die stillschweigend diesen Massenmord dulden. Adidas erklärte dann auch, dass man gegen jegliche Form der Tierquälerei sei.
Die Reaktionen von den Sponsoren und der Europäischen Fußball-Union erfolgte erst, nachdem Tierschützer mit Bilder und Filmen auf diese grausamen und einer zivilisierten Gesellschaft unwürdigen Gräueltaten massiv hingewiesen hatten.
PETA glaubt nicht, dass das Töten der Straßenhunde wirklich einstellt wird. Ein PETA-Team, gerade aus Kiew zurückgekehrt, berichtet, dass trächtigen Hündinnen ihre Welpen aus dem Leib geschnitten wurden, um die von den Behörden ausgelobte Kopfprämie von 25 Euro zu erhalten. Zuckende Hundeleiber wurden bei lebendigem Leib in ein mobiles Krematorium geworfen. Nach Carola Schmitt, Kampagnenleiterin bei PETA, werde Ditilin eingesetzt, das ähnlich wie das Pfeilgift Curare wirkt und zur allmählichen Lähmung der Muskeln führt. Die Hunde werden ins Feuer geworfen, was bei vollem Bewusstsein erleben.
Online-Petition: http://goo.gl/5Ykpu
Weitere Infos: http://goo.gl/yxrl5 http://goo.gl/7b4o6 http://goo.gl/pQHIO http://goo.gl/80G4K http://goo.gl/STnRL
Protestmails an die Sponsoren der Fußball-EM:
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Quelle: Animal Spirit Petra Kuppinger, 28.11.11 |
Vegetarische Ernährung
Verzicht auf Fleisch ist Trend
Sich vegetarisch zu ernähren bedeutet neben pflanzlichen Produkten nur die tierischen Lebensmittel zu essen, die vom "lebenden Tier" stammen. Fleisch und Fisch werden also nicht gegessen, wohl aber Milch, Eier und Honig. Wenn auch letztere nicht mehr auf dem Speiseplan auftauchen, spricht man von einer veganen Ernährung. Neuerdings verbreiten sich auch die Bezeichnungen Flexitarier oder Halbzeitvegetarier. Damit sind Personen gemeint, die ihren Fleisch- und Fischkonsum bewusst stark eingeschränkt haben, ohne ganz darauf zu verzichten.
Der Vegetarierbund Deutschland e. V. (VEBU) geht von etwa 6 Millionen Vegetariern (8 Prozent der Bevölkerung) und etwa 600.000 Veganern im Jahr 2010 in Deutschland aus. Angesichts der Aufmerksamkeit, die das Thema seit einiger Zeit in den Medien erlebt, kann man damit rechnen, dass die Anzahl der sich vegetarisch bzw. vegan lebenden Menschen weiter steigt. Als Indikator kann der Mitgliederzuwachs des VEBU in den vergangenen zwei Jahren gesehen werden. Für Ende des Jahres 2011 rechnet der Verein mit einem Zuwachs von über 40 Prozent. Aber auch die Produktpalette an vegetarischen Gerichten nimmt stetig zu, weil Supermärkte und Discounter immer mehr Fleisch- und Milchalternativen anbieten.
Die persönlichen Gründe für eine vegetarische Ernährung sind vielfältig und können sich im Laufe der Zeit ändern. Neben den ethischen Aspekten werden die moralischen und ökologischen zunehmend bedeutender. Der Einfluss der Tierhaltung auf Umwelt, Klima und Welthunger ist deutlich zu erkennen. Viele kritische Verbraucher werden sich dadurch der Verantwortung ihrer Kaufentscheidungen bewusst. Auch gesundheitliche Aspekte können die Entscheidung für den Vegetarismus begründen. Eine vollwertige vegetarische Ernährung verringert im Gegensatz zur deutschen Durchschnittskost das Risiko von Stoffwechsel- und Herzkreislauferkrankungen sowie Übergewicht.
Der Fleischkonsum beträgt in Deutschland rund 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Das sind rund 1,2 Kilogramm pro Woche. Und damit ist der Wert deutlich höher als ihn die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nämlich maximal 300 bis 600 g Fleisch pro Woche.
Zunehmend wird klar, dass Fleisch und Fisch nicht unbedingt zu einer vollwertigen Ernährung notwendig sind und der Vegetarismus eine sehr nachhaltige Form der Ernährung darstellt. Pflanzliche Lebensmittel sowie Milch und Eier reichen aus, um den täglichen Bedarf an Nährstoffen aufzunehmen, wie sie in internationalen Referenzwerten empfohlen werden.
Nora Moltrecht, aid infodienst 0228 8499-0 http://www.aid.de
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Petra Kuppinger, 16.11.11 Bildmaterial: oldskoolman.de |
NABU und Testbiotech warnen vor Zulassung von Gen-Soja in Europa
Risiken durch Rückstände von Unkrautkillern sind für Verbraucher unkalkulierbar
Heute wird in Brüssel über die Anträge der Firmen Monsanto und Bayer auf Marktzulassung gentechnisch veränderter Sojabohnen, die gegen die Herbizide Glyphosat (Roundup) und Glufosinat (Liberty oder Basta) unempfindlich gemacht wurden, verhandelt. Die Sojabohnen können daher mit Unkrautvernichtungsmitteln behandelt werden, ohne dabei selbst Schaden zu nehmen.
Testbiotech und NABU warnen vor einer Zulassung der für die Futter- und Lebensmittelverarbeitung beantragten Gen- Sojabohnen, da sich u.a. auch Rückstände der Unkrautvernichtungsmittel im Pflanzengewebe finden lassen. ‚Vor allem in den Anbauländern Argentinien, Brasilien und den USA werden die Pflanzen massiv mit Glyphosat besprüht, weil immer mehr Unkrautarten Resistenzen gebildet haben. Wenn nicht bekannt ist, wie hoch die Giftbelastung tatsächlich ist, kommt eine Zulassung dieser Pflanzen zur Verwendung in Futter- und Lebensmitteln nicht in Frage. Rückstände dieser Herbizide finden sich inzwischen sogar im Blut von Verbrauchern‘, so Steffi Ober vom NABU.
Es ist unklar, ob Gen-Sojabohnen die Gesundheit schädigen, weil es bislang kein Monitoring der Auswirkungen auf die Gesundheit gab, obwohl dieses in der EU vorgeschrieben ist. Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid Glyphosat zu Störungen der embryonalen Entwicklung führen können. In Deutschland sind einige diese Mischungen bereits verboten worden, damit die Gifte nicht in die Nahrungskette gelangen.
Daneben gibt die europäische Lebensmittelbehörde EFSA zu bedenken, dass weder Veränderungen in der Zusammensetzung der Pflanzen noch Auswirkungen auf das Immun- oder Fortpflanzungssystem ausreichend geprüft wurden.
Quelle: Dr. Then, 0151 54638040,
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, www.testbiotech.org Dr. Ober, 030.284984-1612,
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
, www.NABU.de
Petra Kuppinger, 16.11.11 Bildmaterial: oldskoolman.de |
Brüssel rückt in greifbare Nähe!
Fünf-Prozent-Klausel im Europawahlrecht verfassungswidrig
Die Überraschung war perfekt: Das sensationelle Urteil des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 09. November 2011, mit dem der § 2 Abs. 7 des Europawahlgesetzes für nichtig erklärt wurde, hatte das Zeug, uns als eine der kleinen Parteien in wahre Begeisterung zu versetzen, werden wir doch mit guten Nachrichten nicht gerade verwöhnt! Mit 5 zu 3 Stimmen wurde die Fünf-Prozent-Sperrklausel, wie sie noch bei der Europawahl 2009 gültig war, gekippt. Wie es in der Pressemitteilung vom BVG heißt, verstößt sie „gegen den Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit und der Chancengleichheit der politischen Parteien“ - eine bedeutungsvolle Formulierung, die den Kern des Urteils trifft und sich wie ein roter Faden durch die ausführlichen Erläuterungen zieht.
Interessant die Aufzählung der 7 (über 0,5 Prozent-) Parteien, die mit je einem Abgeordneten (Freie Wähler 2) in dieser Reihenfolge 2009 ins EU-Parlament eingezogen wären: REP, Tierschutzpartei, Familie, Piraten, Rentner, ÖDP.
Die fünf fortschrittlichen Verfassungsrichter/innen liegen mit ihren Argumenten voll auf der Linie des Verfassungsrechtlers von Arnim, der diesen Prozess ins Rollen brachte. Ihnen und vor allem dem überaus mutigen Hans Herbert von Arnim gilt unser Dank! Es ist ihm auf diese Weise gelungen, das BVG dazu zu bewegen, einigen selbstgefälligen und auf egoistischen Machterhalt programmierten Parteien die Grenzen aufzuzeigen. Mehr solcher Erfolgserlebnisse - und die oft entbehrungsreiche politische Arbeit macht auch einmal Spaß!
Brüssel ist für unsere Partei in greifbare Nähe gerückt – packen wir’s an!
Quelle: Bundeshomepage, 10.11.11 |
Große Mengen von Antibiotika in der Massen-Geflügel-Haltung
Eine Untersuchung des NRW-Verbraucherschutzministeriums hat ergeben, dass in 83 % des untersuchten Geflügels mehr als bis zu acht verschiedene Antibiotika ins Futter gemischt worden sind. Diese Ergebnisse aus 182 Betrieben sollen Mitte November offiziell vorgestellt werden. Das Bundesverbraucherministerium wies jede Verantwortung von sich und berief sich auf die Zuständigkeit der einzelnen Länderbehörden, die für die Überwachung von Antibiotika in der Massentierhaltung zuständig seien.
Antibiotika dürfen nicht als Wachstumsförderer, sondern nur aus medizinischen Gründen in der Massentierhaltung verwendet werden.
Für den Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Thomas Janning, ist die Unterstellung, dass Antibiotika als Wachstumsförderer verwendet wird, unwahr. Trotzdem wolle man in den nächsten fünf Jahren Antibiotika um 30 % reduzieren. Diese Aussage von Janning lässt dann jedoch den Schluss zu, dass 83 % des Geflügels krank sind.
2010 wurden 1,4 Millionen Tonnen Geflügel geschlachtet und gegessen. Davon waren entsprechend der Studie 83 % des Geflügels, also fast 1,2 Millionen, erkrankt, da bei ihnen, so die Studie, Antibiotika ins Futter gemischt wurde.
Falls das jemand interessiert: Das Leben eines Huhnes in der Massentierhaltung dauert vom Schlüpfen bis zur Schlachtung ca. 35 Tage.
Petra Kuppinger, 29.10.2011 Bildmaterial: pixelio |
Die Wölfe kehren nach Deutschland zurück
1904 wurde der letzte Wolf in Sachsen erlegt. Mittlerweile leben in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg wieder zwölf Rudel. Mit Hilfe von GPS-Sendern konnte in einer zwei Jahre andauernden Studie festgestellt werden, dass Wölfe mehr als 70 km am Tag zurücklegen und daher auch überall in Deutschland auftauchen können. NABU-Wolfsexperte Markus Bathen: ‚Wölfe sind körperlich dazu in der Lage, innerhalb von wenigen Monaten halb Europa zu durchqueren. Wir gehen davon aus, dass früher oder später jedes Flächenbundesland, selbst Nordrhein-Westfalen, seine Wolfsrudel bekommen wird‘.
Im September 2011 hat der NABU die Wolfs-Informationsreise ‚Tour de Wolf‘ gestartet. Ziel ist es, in den alten Bundesländern frühzeitig das Bewusstsein über die Rückkehr des Wolfes zu wecken.
Die Menschen kennen den Wolf oft nur aus Märchen wie Rotkäppchen oder aus Vampirfilmen, in denen er stets für das Böse steht. Dabei wissen wir heute, dass der Wolf genau das nicht ist. In den zurückliegenden elf Jahren, in denen es Wölfe in Deutschland gibt, hat sich kein einziger Wolf aggressiv einem der über 250.000 Menschen genähert, die im Wolfsgebiet leben‘, so Bathen.
Der BfN empfiehlt den Bundesländern ein Wolfsmanagement zu erarbeiten, damit die Ausbreitungsfähigkeiten der Wölfe und deren Rückzugsräume ebenso Rechnung getragen werden kann wie Aufklärung und Information der Bevölkerung, die übrigens mehrheitlich die Rückkehr der scheuen Tiere begrüßt. Nach Informationen des BUND leben derzeit 60 Wölfe in Deutschland.
Für Rückfragen: Markus Bathen NABU-Wolfsexperte 0172 6453537 NABU-Pressestelle: 030 284984-1510, -1722,
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Petra Kuppinger, 28.10.2011 Bildmaterial: pixelio.de |
Qualvolle Tiertransporte
Kreuz und quer werden sie durch Europa gekarrt: Pferde, Rinder, Schafe und Schweine. Aufgrund zunehmender Spezialisierung der Betriebe erfolgen Geburt, Aufzucht, Mast und Schlachtung in spezialisierten, räumlich teils weit voneinander getrennten Großbetrieben. Importländer in Nordafrika und im Nahen Osten verlangen Lebendtransporte, um die Tiere gemäß ihrer religiösen Riten zu schächten.
Für die Tiere bedeutet ein Transport eine große Belastung: die Trennung von vertrauten Artgenossen und Stallungen, die Enge des Laderaums und die nicht artgerechten Fütterungs- und Tränkintervalle verursachen den meisten Stress.
Zurzeit gilt für die Beförderung von Lebendtieren eine Verordnung, die seit 2007 in Kraft ist. Obwohl der Wissenschaftliche Ausschuss für Tiergesundheit und Tierschutz der EU-Kommission bereits im Jahr 2002 empfohlen hat, die Transportzeiten so kurz wie möglich zu halten, wurde der Vorschlag ignoriert. Die maximale Beförderungsdauer von acht Stunden kann bei Einhaltung bestimmter Ruhezeiten beliebig verlängert werden. So ist bei einem 14 Stunden-Transport von Rindern eine einstündige Tränk- und Fütterungspause ausreichend. Nach weiteren 14 Stunden müssen die Rinder für eine 24-stündige Ruhepause mit Futter und Wasser ausgeladen werden. Danach kann der Transport weitere 29 Stunden lang fortgesetzt werden, bis die nächste eintägige Rast eingelegt werden muss…usw.
Der respektlose Umgang mit anderen Lebewesen ist der Gradmesser für die zunehmende Verrohung und Verblödung unserer Gesellschaft.
Am 18. Dezember 2009 forderte der deutsche Bundesrat eine Höchstdauer von acht Stunden für Schlachttiertransporte; das Europäische Parlament schlug am 30. April 2004 eine absolute Transportzeitbeschränkung vor.
Passiert ist nichts: die Transporte gehen weiter. Die EU will nun bis Ende 2011 das Tiertransportrecht und die bislang fehlenden zeitlichen Beförderungsgrenzen überprüfen.
Petra Kuppinger, 17.10.2011 Bildmaterial: soylent.network
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Starke Lobbyarbeit: Eine Milliarde Euro Subventionen für Massentierhalter!!!
Der BUND hat recherchiert, dass 2008 und 2009 über eine Milliarde Euro Subventionen in die industrielle Massentierhaltung von Schweinen und Geflügel geflossen sind.
Davon im Einzelnen: 950 Millionen für den Anbau von Futtermittel; 80 Millionen für den Bau großer Mastanlagen; (2008 flossen allein 26 Millionen Euro nach Sachsen für neue Geflügel- und Schweinemastanlagen. 2009 flossen allein 20 Millionen Euro nach Bayern für neue Schweine- und Geflügelmastbetriebe.) 20 Millionen Euro als Exportsubventionen an die zehn größten Schlachtfirmen; (2008 erhielt die Großschlachterei ‚Doux Geflügel’ in Brandenburg 4,7 Millionen Euro Subventionen. 2009 erhielt die Großschlachterei ‚Tönnies Fleischwerk GmbH‘ in NRW 3,3 Millionen Euro Subventionen.)
Der BUND kritisiert, dass die pauschale Subventionsvergabe die Überproduktion fördere. Mittlerweile wird jedes zehnte in Deutschland geschlachtete Schwein exportiert. Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: ‚Die Massentierhaltung schadet dem Klima und der Artenvielfalt, belastet durch Überdüngung die Gewässer und setzt Tiere unnötigen Leiden aus. Der hohe Antibiotikaeinsatz stellt ein Gesundheitsrisiko dar und das aus den Stallanlagen austretende Ammoniak beeinträchtigt Anwohner und Umwelt. Die Agrarsubventionen verschärfen diese Probleme noch und fördern zudem Konzentrationsprozesse bei Mast- und Schlachtbetrieben, womit Arbeitsplätze verloren gehen‘.
Wiesenhof erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Es ist nicht mehr nachzuvollziehen, weshalb solche Firmen, deren enormer Profit auf Ausbeutung und Quälerei basiert, auch noch Steuergelder erhalten.
Weitere Infos: http://goo.gl/BaVps
Petra E. Kuppinger Quelle: Proplanta, 01.09.2011 Bildmaterial: pixelio.de |
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Zeit für eine verantwortungsvolle und bewusste Ernährung
Medien und Industrie gaukeln uns vor, dass Fleisch gesund ist und die Tiere ein schönes Leben auf wunderschönen grünen Wiesen haben. Doch weichen hier Wirklichkeit und Werbung krass auseinander, wenn wir uns die Hintergründe etwas genauer betrachten.
Das Leben auf dem Bauernhof mit seinen grünen Weiden und idyllischen Szenen findet sich nur noch in Kinderbüchern; die grausame Wirklichkeit zeigt sich den Tieren in Form von fensterlosen Metallhallen, Drahtkäfigen und anderen Vorrichtungen, um sie auf engstem Raum einzupferchen. Diese Enge und reizarme Umgebung führt zu Stressverhalten, bei dem sich beispielsweise Hühner durch gegenseitiges Anpicken verletzen. Kurz nach dem Schlüpfen werden die männlichen Küken, die für die Eier-Produktion untauglich sind, bei lebendigem Leib geschreddert und als Tierfutter an Pelztierfarmen oder Geflügelmastanstalten verkauft. Das gilt übrigens auch für Bio-Eier.
Die Massentierhaltung ist mit artgerechter Tierhaltung nicht zu vereinbaren; für die Milliarden von Tiere, die in ihrem kurzen Leben weder den Himmel noch eine Wiese sehen, bedeutet diese Haltung unvorstellbare Qualen.
Für viele Menschen bereitet der Kauf von Bio-Produkten ein ruhiges Gewissen, da sie sich einreden, dass es den Biotieren besser ginge als denen in der Massenhaltung. Die glücklichen Hühner, Schweine und Kühe halten es vor lauter Glückseligkeit kaum in ihrem Stall aus und werden dann wohl zu Tode gestreichelt.
Der Fleischesser hat nicht nur Schuld an der Massentierhaltung und das damit verbundene Leid der Tiere, die ein solch grausames Leben ertragen müssen, sondern auch an der Umweltzerstörung, d. h. letztlich an der Zerstörung seiner selbst, da für den Anbau von Futtermittel Land, Wasser und andere Ressourcen verschwendet werden, die für den Menschen eingesetzt werden könnten.
Um 1 kg Fleisch zu produzieren, werden 16 kg Getreide benötigt. 18% der Treibhausgas-Emissionen werden von der Massentierhaltung verursacht. 37% der Methanemissionen werden durch die im Verdauungstrakt von Tieren entstehenden Methangase verursacht. Futteranbau, Tiermast usw. tragen zur Versauerung der Waldböden bei.
Die Eiweißzufuhr liegt in den westlichen Industrieländern über der Empfehlung von 0,8 Gramm/Kg Körpergewicht. Der Mensch braucht für seine Ernährung kein tierisches Eiweiß. Die Auswertung von Langzeitstudien an 442.000 Menschen hat gezeigt, dass der Verzehr von Fleisch und Wurst mit erheblichen Gesundheitsschäden verbunden ist und mit einer fleischlosen Ernährung die optimale Deckung des Nährstoffbedarfs unseres Körpers gewährleistet wird. Für Frank Hu, Leiter des Forscherteams der Harvard School of Public Health in Boston, haben die Ergebnisse der Studie große Bedeutung für die öffentliche Gesundheit und er empfiehlt, den Fleischkonsum so oft wie möglich durch Nüsse und Vollkornprodukte zu ersetzen. In Deutschland leben laut Schätzung der WHO ca. 8 Millionen Menschen mit einer Diabeteserkrankung, weltweit ca. 346 Millionen Menschen. Bei einem täglichen Verzehr von verarbeitetem Fleisch erhöht sich nicht nur das Diabetesrisiko auf 51%, auch das Risiko von Krebserkrankungen und Herz- und Kreislaufleiden sind erhöht.
Mehr als 1 Milliarde Menschen hungern, mehrere Milliarden Menschen gelten als unterversorgt; dagegen ist die Hälfte der OECD-Bürger übergewichtig. Global betrachtet werden genug Lebensmittel für alle Menschen produziert, doch werden sie meist von den industrialisierten Ländern konsumiert. Die Schwellen- und Entwicklungsländer passen sich in ihren Ernährungsgewohnheiten zunehmend den Industrieländern an, so dass sich das erwähnte Verteilungsproblem zu einem Mengenproblem entwickeln wird. Die westliche Ernährung zeichnet sich durch eine hohe Kalorienzufuhr und tierische Nahrungsmittel aus. Für die Produktion von 1000 kcal Getreide werden 1,1 qm landwirtschaftliche Fläche benötigt, für die Produktion von 1000 kcal Schweinefleisch dagegen 7,3 qm Fläche.
Die Massentierhaltung ist der größte Verursacher von Treibhausgasen, der größte Verbraucher von Süßwasser und führt zum Verlust der Biodiversität und zu gravierenden Bodendegenerationen.
Die Industriestaaten sind aufgefordert, ihre Essgewohnheiten so zu ändern, dass der Fleischkonsum nicht als Zeichen des Wohlstandes, sondern als Zeichen der Verantwortungslosigkeit, Grausamkeit und Zerstörung unserer Ressourcen von den Entwicklungsländern geächtet wird.
Leider kann man von den regierenden Parteien diese Einsicht nicht erwarten, so dass den Befürwortern von Massentierhaltung nur die Erkenntnis der eigenen Erfahrung der resultierenden Erkrankungen zu wünschen ist.
Petra E. Kuppinger, 14.08.2011 |
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Thema CO2
Das farb- und geruchlose CO2, das beim Verbrennen von Benzin und Luft entsteht, erfasst als Leitwährung den anthropogenen Treibhauseffekt, der durch übermäßige CO2-Emissionen entsteht. Der Treibhauseffekt entsteht durch das Entweichen von Gasen, die als Folge die Erde erwärmen. Dieser natürliche Treibhauseffekt ist die Grundlage unseres Lebens. Erhöhte Mengen von Gasen hindern die Strahlung der Sonne, so dass ein Treibhauseffekt entsteht. Die Folgen sind schmelzende Gletscher, Anstieg des Meeresspiegels, erhöhte Unwettergefahr, Ausbreitung von Dürregebiete und Zunahme von Bodenerosion. Stärkere Treibhausgase sind Methan (CH4), das durch Massentierhaltung entsteht, Lachgas (N20), durch Viehhaltung und Düngemittel, Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW), die in Kühlmitteln verwendet werden und Schwefelhexafluorid (SF6), womit früher Reifen gefüllt wurden. Die Wirkung dieser Gase wird äquivalent zu CO2 ausgedrückt. So ist die Wirkung von Methan 25-fach, Lachgas 298-fach zu CO2. Deutschland ist mit ca. 900 Tonnen der größte CO2-Produzent in Europa, danach folgt Großbritannien. Fleisch ist der mit Abstand größte CO2-Produzent unter den Lebensmitteln. Im Durchschnitt isst jeder Deutsche 12 kg Fleisch im Jahr. Das bei der Verdauung entweichende Methangas trägt 25-mal mehr zur Erderwärmung bei als CO2. Um für Futtersoja oder Ölpalmen Anbauflächen zu schaffen, werden z. B. in Indonesien ganze Urwaldgebiete zerstört und dadurch jährlich 1,8 Milliarden Tonnen klimaschädliche Gase freigesetzt. Daneben verhungern die letzten Orang-Utans. Palmöl wird auch in der Lebensmittelindustrie für die Herstellung von Schokoriegel verwendet. Photosynthese ist der natürliche und zugleich preiswerteste Abbau von CO2: Pflanzen atmen CO2 ein und verwandeln sie mit Hilfe von Wasser, Nährstoffen aus dem Boden und Sonne in Sauerstoff. Wissenschaftler fragten sich, ob und wie viel mehr Pflanzen CO2 speichern können. So wurden in Italien 6 Jahre lang drei Pappelarten mit CO2 besprüht. Das Ergebnis war erstaunlich: die Pappelstämme wuchsen um 13 bis 40 Prozent, die Äste waren 34 bis 56 Prozent dicker als eine Vergleichsgruppe ohne Besprühung. Noch erstaunlicher ist ein Kiefernwald am Rande der Negev-Wüste, der sich trotz Trockenheit und Hitze sehr gut entwickelt und in das Wüsteninnere ausbreitet.
Das schmutzige Geschäft mit dem Emissionsrechtehandels wurde auf der Weltklimakonferenz in Kyoto beschlossen. Die Industriestaaten verpflichteten sich, bis 2012 ihre Treibhausgase um 5,2 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken. Als Instrument dazu sollten die Emissionsrechte dienen. Mittlerweile ist daraus ein eigener Wirtschaftszweig mit Milliarden von US-Dollar entstanden. Der Markt teilt sich in zwei Gruppen: die eine Gruppe hilft den Firmen, Zertifikate zu beantragen, die andere beglaubigt die Anträge. Wer dabei den Klimaschutz in Entwicklungs- und Schwellenländern fördert, kann sich das eingesparte CO2 gutschreiben lassen und die Zertifikate an Firmen verkaufen, deren Ausstoß größer war. So wurden im Jahre 2009 weltweit für 90 Milliarden Euro Zertifikate gehandelt. Marktbeobachter rechnen mit einer Preiserhöhung der Zertifikate bis 2020. Die Banker freuen sich, verdienen sie doch an der Preisbewegung von An- und Verkauf. Wenn es schon zu dem Klimaschutz nichts beiträgt, so doch wenigstens dem Kontostand der Spekulanten.
Nach der Verabschiedung des CCS-Gesetztes im Bundestag: massive Kritik an CO2-Speicherung
Über diese aktuelle Diskussion berichteten wir bereits am 14.04.2011:
Um weiterhin Kohlekraftwerke betreiben zu können, will der schwedische Energiekonzern Vattenfall Europe das beim Verbrennen von Kohle aufgefangene CO2 in Beeskow und Neutrebbin unterirdisch speichern, wofür allerdings keinerlei Erfahrungswerte vorliegen. Energiekonzerne haften allerdings nur 30 Jahre für Schäden. Wie beim Atommüll kann hier auch niemand sagen, was passiert, wenn jährlich 350 Tonnen CO2 in Salzwasser führende poröse Gesteinsschichten gepumpt werden. In Verbindung mit Wasser bildet das Kohlendioxid eine Säure, die bei einem Störfall nicht nur das Grundwasser verunreinigen könnte, sondern auch alle Meerestiere, die Kalkskelette aufbauen, würden aufgelöst und das Phytoplankton, Grundlage des Nährstoffkreislaufs, zerstört. Größere Mengen von dem in unserer Luft mit 0,034 % enthaltene CO2 sind allerdings lebensgefährlich; das ist nicht nur von Weinkellern bekannt, sondern auch von vulkanischen Ausgasungen am Kratersee Lake Nyos, Kamerun, wo 1986 mehr als 1700 Menschen getötet wurden. Bei einem CCS-Projekt in Kanada wurden Rinder von aufsteigenden Gasen auf der Weide getötet, so die Bauern. Die dänische Regierung stoppte nach heftigen Protesten von Grundstückseigentümern die Pläne von Vattenfall, in Nordjütland ein unterirdisches CO2-Lager zu errichten. Nun will die dänische Regierung mögliche Lagerstätten in der Nordsee prüfen. Greenpeace, die dänische Naturschutzvereinigung, NOAH von Friends of the Earth und Bürgerinitiativen weisen auf die Gefahren hin und fordern ein grundsätzliches Verbot von CO2-Lagerstätten. Eine schleswig-holsteinische Bürgerinitiative setzte sich gegen die Pläne der Regierung und Vattenfall zur Wehr und schrieb an Kanzlerin Merkel, dass es unfassbar sei, wie Mitglieder der Bundesregierung selbst vor dem Hintergrund der Katastrophe in Japan verantwortungslos handeln. Doch scheint das Schwarz-Gelb nicht zu stören, denn Brüderle schwärmt von einer Zukunftstechnik, die zu einem Exportschlager werden könne und dem Klimaschutz diene und macht den Weg für die CCS-Erforschung frei. Für die Ängste der Bürger hätte man vollstes Verständnis und daher Sicherheitsstandards im Gesetz verankert, so Brüderle zu Fragen nach der Langzeitsicherheit (die allerdings für Energiefirmen nur 30 Jahre beträgt). Sobald das CCS-Gesetz gilt, will Vattenfalll für 1,5 Milliarden Euro eine neue Anlage in Brandenburg bauen. Für Entwicklung und Anwendung dieser CCS-Technologie (carbon capture and storage) sind hohe Investitionen notwendig, die der Verbraucher in Form von erhöhten Strompreisen tragen muss.
Petra E. Kuppinger, 09.07.2011 |
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Politik und Massentierhaltung. Aber wer denkt an die Gefühle der Tiere?
Die Sozialdemokraten streben schärfere Regeln für die intensive Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren an. So will man das Kupieren von Schwänzen bei Schweinen, das Schnabelkürzen bei Geflügel, das betäubungslose Enthornen von Rindern und die betäubungslose Ferkelkastration verbieten.
Die Grünen verweisen in einem Antrag auf die wachsende Zahl großer Tierhaltungsanlagen in Deutschland und die damit einhergehenden Probleme im Tierschutz, aber auch auf die Geruchs- und Lärmbelästigung für Anwohner. Sie fordern daher mehr Mitsprache der Anwohner bei der Genehmigung solcher Anlagen und neue planungsrechtliche Instrumente, um den Gemeinden eine aktive Steuerung des Baus von Tierhaltungsanlagen zu ermöglichen.
Dagegen spricht sich die CDU/CSU gegen Schnellschüsse für weitere Reglementierungen in der Tierhaltung aus, so der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp. ‚Wir sind uns durchaus bewusst, dass die Betriebsentwicklung hin zur intensiven Tierhaltung in einigen Regionen Deutschlands die Grenzen der gesellschaftlichen Akzeptanz erreicht hat‘, erklärte Holzenkamp. Man werde es jedoch nicht zulassen, dass die Tierhalter unter Generalverdacht gestellt würden. Der CDU-Politiker lehnte den Antrag der Grünen mit der Begründung ab, dass er ‚außer pauschalen Vorwürfen und Unterstellungen nichts zu bieten‘ habe.
Das von den Parteien so oft betonte christliche Wertesystem scheint keinen Respekt vor dem Leben zu kennen, denn sie erwähnen mit keinem Wort das Leid der Tiere. Ihr Wertesystem scheint sich nur auf die Bereicherung auf Kosten hilfloser Wesen zu beschränken.
Mit der Einführung eines ‚Tierwohl-Labels‘ soll wohl das Gewissen mancher Verbraucher beruhigt werden. ‚Den Tieren ging es ja so gut, bevor sie auf meinem Teller gelandet sind‘.
Petra E. Kuppinger, 15.06.2011 |
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